Jägermeister
Wie aus 56 Botanicals einer der bekanntesten Kräuterliköre der Welt entsteht
Jägermeister ist eine der bekanntesten deutschen Spirituosenmarken der Welt. Doch hinter Hirsch, grünem Glas und eiskaltem Shot steht vor allem die hohe Kunst der Herstellung eines Kräuterlikörs. Mit dem Launch von Jägermeister Orange ist zudem eine spannende Variante erhältlich die Jägermeister bis in das Aperitif-Segment bringt.
Wer an Jägermeister denkt, hat meist sofort ein Bild vor Augen: die grüne Flasche, den Hirsch, den eiskalten Shot. Kaum eine deutsche Spirituosenmarke ist international so stark kodiert wie der Kräuterlikör aus Wolfenbüttel. Doch hinter dieser ikonischen Oberfläche liegt eine Geschichte, die für die Bar- und Spirituosenwelt mindestens ebenso interessant ist wie die Marke selbst: die Herstellung eines Kräuterlikörs, der seit über 90 Jahren auf Basis einer geheimen Rezeptur aus 56 Kräutern, Blüten, Wurzeln und Früchten entsteht und dessen Charakter auf besonders intensive Weise durch Rohstoffkenntnis, Zeit, Sensorik und einem hohen Qualitätsverständnis geprägt wird.
Der Ursprung dieser Geschichte liegt in Wolfenbüttel. Dort gründete Wilhelm Mast 1878 ein Unternehmen, das zunächst Essig für die lokale Konservenindustrie und den Bergbau im Harz herstellte. Sein Sohn Curt Mast übernahm 1917 die Verantwortung im Familienbetrieb, stellte
1922 die Essigproduktion ein und konzentrierte sich auf Wein und Spirituosen. 1934 entwickelte er die Rezeptur für den Kräuterlikör, der 1935 unter dem Namen Jägermeister auf den Markt kam.
Jägermeister Liquid Sunshine
Zutaten:
4 cl Jägermeister Orange
1 cl Vanillesirup
2 cl Limettensaft
6 cl Maracujasaft
Garnitur: Mit einer Orangenscheibe oder einem aufgeschnitten Stück Passionsfrucht garnieren
Zubereitung: Alle Zutaten in einen Shaker mit Eis geben und kräftig schütteln, anschließend in ein mit Eis gefülltes Glas abseihen.
Die Sprache der Botanicals
Für die heutige Spirituosenszene ist weniger die Historie allein entscheidend, sondern die Frage, warum Jägermeister sensorisch so stabil, wiedererkennbar und zugleich mixbar bleibt. Die Antwort beginnt bei den Botanicals. Verarbeitet werden die 56 sorgfältig ausgewählten Kräuter, Blüten, Wurzeln und Früchte in getrockneter, ursprünglicher Form. Unter den bekannten Botanicals finden sich etwa Sternanis, Zimt und Ingwerwurzel; doch ein Großteil der verwendeten Kräuter und das genaue Verhältnis der Zutaten bleiben Teil einer geheimen Rezeptur, die nur sehr wenige Menschen weltweit kennen.
In der Herstellung werden aus den Rohstoffen verschiedene Trockenmischungen komponiert. Anschließend folgt die Mazeration: Über sechs bis acht Wochen werden die pflanzlichen Bestandteile ausgezogen, damit ätherische Öle, Bitterstoffe, würzige Komponenten und aromatische Nuancen in den Auszug übergehen. Was recht technisch klingt, ist in der Praxis jedoch ein präziser Balanceakt. Denn jedes Botanical bringt eigene Eigenschaften mit und damit auch eigene Anforderungen an den aromatischen Auszug.
Zeit als Zutat
Aus den Mazeraten entsteht der Jägermeister-Grundstoff, der anschließend rund ein Jahr in großen Eichenfässern reift. Am Stammsitz in Wolfenbüttel stehen etwa 400 dieser Fässer, weitere rund 80 am Standort Kamenz. Diese Reifezeit ist ein funktionaler Teil des Geschmacksaufbaus, denn erst nach der Fasslagerung wird der Grundstoff mit Wasser, Alkohol, Karamell und flüssigem Zucker zum finalen Kräuterlikör eingestellt.
So entsteht jenes Geschmacksprofil, das Jägermeister seit Jahrzehnten prägt: eine komplexe Aromatik, eingebundene Süße, dezente Bitterkeit und ein prägender Abgang, der den Likör sowohl pur als auch eiskalt als Shot und in Drinks tragfähig macht. Gerade diese Balance erklärt, warum Jägermeister in der Bar nicht nur als eiskalter Shot funktioniert, sondern auch als eigenständige Komponente in Highballs und Cocktails.
3 Fragen an Florian Beuren, Global Brand Ambassador bei Jägermeister
Florian, was macht den Geschmack von Jägermeister so besonders?
Jägermeister vereint eine außergewöhnliche Vielfalt an Botanicals zu einem harmonischen Gesamtbild. Die Kombination aus 56 Kräutern, Blüten, Wurzeln und Früchten sorgt für eine einzigartige Balance aus würzigen, bitteren und fruchtigen Noten. Genau diese Vielschichtigkeit macht den Geschmack unverwechselbar und sorgt dafür, dass man bei jedem Schluck neue Nuancen entdecken kann.
Jägermeister wird meist pur als eiskalter Shot getrunken. Warum eignet sich der Kräuterlikör gleichzeitig so gut zum Mixen?
Die Komplexität der Botanicals macht Jägermeister zu einer sehr vielseitigen Basis für Drinks. Er bringt von Natur aus Tiefe, Bitterkeit und eine ausgewogene Süße mit, wodurch er mit verschiedensten Zutaten harmoniert – von Tonic Water und Ginger Beer bis hin zu Fruchtsäften oder Soda. Dadurch entstehen unkomplizierte Drinks mit einem eigenständigen Charakter, ohne dass viele weitere Zutaten nötig sind.
Welche Rolle spielen die 56 Botanicals für die Mixability von Jägermeister?
Die 56 Botanicals sind das Herzstück von Jägermeister und gleichzeitig der Schlüssel zu seiner Vielseitigkeit. Einzelne Noten können in unterschiedlichen Drinks stärker hervortreten und so immer wieder neue Geschmackserlebnisse schaffen. Das macht Jägermeister sowohl für klassische Highballs als auch für moderne Cocktail-Kreationen zu einer spannenden Zutat hinter der Bar.
Zwischen Sensorik und Technologie
Ein wesentlicher Faktor für die gleichbleibende Qualität bleibt dabei die menschliche Sensorik. Jede Zutat wird auf Geschmack und Geruch geprüft. Zusätzlich werden die Rohstoffe im Labor analysiert. Auch während des gesamten Herstellungsprozesses wird verkostet, geprüft und verglichen. Für einen Kräuterlikör, der mit natürlichen Rohstoffen arbeitet, ist das entscheidend: Keine Ernte, keine Wurzel, keine Frucht ist vollkommen identisch. Umso wichtiger sind die Erfahrung, ein sensorisches Gedächtnis und definierte Qualitätsstandards. Bis zur Abfüllung durchläuft Jägermeister insgesamt 383 Qualitätsüberprüfungen. Gerade für Bartenderinnen und Bartender ist diese Konstanz entscheidend. Ein Produkt, das hinter der Bar eingesetzt wird, muss Wiedererkennbarkeit mit Komplexität verbinden. Jägermeister gelingt diese Balance durch das Zusammenspiel von 56 Botanicals, einer sorgfältigen Herstellung und langer Reifezeit. Die unterschiedlichen Kräuter-, Frucht- und Bitternoten verschmelzen dadurch zu einem vielschichtigen Geschmacksprofil, das seit Jahrzehnten den einzigartigen Charakter des Kräuterlikörs prägt und ihn zu einem festen Bestandteil der internationalen Barkultur gemacht hat.
Damit erzählt Jägermeister eine Herstellungsgeschichte, die über die Ikonografie der Marke hinausgeht. Der Hirsch auf dem Etikett oder die bekannte Flasche mögen das sichtbarste Zeichen sein. Der eigentliche Kern liegt jedoch im Zusammenspiel aus Rezeptur, Rohstoffen, Mazeration, Fassreife und sensorischer Kontrolle. In einer Kategorie, in der Kräuterliköre häufig über Tradition sprechen, zeigt Jägermeister, wie stark diese Tradition von einer genauen Herstellung abhängt und warum ein Produkt aus Wolfenbüttel weltweit in Bars zu Hause sein kann. Zu dieser Welt gehört nun auch Jägermeister Orange – nur sechs Monate nach der Produkteinführung hatte das Produkt die Marke von über einer Million verkaufter Flaschen im deutschen Markt erreicht – laut IWSR-Daten ist die Einführung damit der erfolgreichste Spirituosen-Launch der letzten zehn Jahre und Jägermeister auch in der Aperitif-Kultur angekommen.
Bild/Bezugsquelle
Stock Spirits Group
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