Chopin Vodka
Epochale Etüden
Die Jahre nach dem Ende der Sowjetunion, dem Fall der Berliner Mauer und dem Zerfall der verfeindeten Blöcke, entstanden neue Märkte und eine neue internationale Verständigung und Geselligkeit. Erzeugnisse und Spezialitäten von jenseits des Eisernen Vorhangs, zu denen man zuvor kaum Zugang hatte, galt es zu entdecken. In der fruchtbaren Region rings um Krzesk im östlichen Polen entstand 1993 der Chopin Vodka in einer Destillerie, die auf ihre Gründung bereits 1896 verweisen kann. Dieser Ur-Chopin Vodka veränderte die Vodka-Landschaft nachhaltig. Bis heute gilt dieses Erzeugnis als der erste Ultra-Premium Vodka mit einer neuen Herangehensweise an Aromatik und Design. Die Flasche mit der auffälligen Mattierung und dem schwungvollen Namenszug des Komponisten war damals neu und ungewohnt und machte rasch Schule und wurde eifrig kopiert.
Tradition trifft Innovation
Seit 2003 betreut die Familie Dorda die Marke und das Unternehmen. Gebäude und Abläufe wurden modernisiert und insbesondere das Profil der speziellen Produkte wurde konsequent weiter geschärft. Lauscht man den Worten des Gründers der Marke, Tadeusz Dorda, so stellt der Zuhörende rasch fest, dass es gilt, das Bild von Vodka dringend aufzufrischen. „Viele Menschen missverstehen Vodka. Sie denken, bei Alkohol geht es nur um das Trinken. Nein, es geht um die Leidenschaft. Es geht darum, den Genuss zu steigern, wenn wir essen. Wir verbinden Nahrung und Kultur und Klima mit einer Prise von Polens Nationalgetränk – Vodka. Anfang der 1990-er-Jahre war Chopin revolutionär. Es veränderte die gesamte Branche. Es war der erste Luxus-Vodka der Welt. Und er wurde nicht in einer Marketingagentur in New York oder Los Angeles entwickelt, sondern als lokales Produkt von den Menschen hier vor Ort.“
Wer sich mit Vodka allgemein beschäftigt und bei den zahlreichen Produkten mehr über Herstellung, Rohstoffe und Geschichte erfahren möchte, wird oft enttäuscht. Oft ist nur von besten Rohstoffen und erlesenen Verfahren die Rede, ohne dass davon etwas näher umrissen wird. Doch der moderne Konsument wünscht heute mehr Information und Transparenz und das Wissen über ein Produkt trägt zu Wertschätzung und Genuss bei. Chopin Vodka enttäuscht uns nicht und liefert bei Transparenz und Sensorik ein verblüffendes Komplettpaket.
Eine individuelle Charakteristik? Nein, viele!
Rings um die Destillerie liegen die Felder mit den Rohstoffen für die Chopin-Vodkas. Ein intensiver Austausch mit den Bauern wird gepflegt, die Sorten – beispielsweise für die Kartoffeldestillate – sorgfältig ausgewählt und von der Ernte bis zur Destillation eng begleitet. Alle Felder der verschiedenen Rohstoffe liegen in einem Umkreis von ca. 30 Kilometern rings um die Destillerie. Auf Pestizide oder den Einsatz weiterer Chemikalien wird verzichtet. Der erfahrene und
sympathische Brennmeister Waldemar Durakiewicz gilt als Urgestein der Destillerie, in der er seit mehr als 40 Jahren tätig ist. Er erklärt: „Seit über 100 Jahren gibt es diese Destillerie. Wir haben all die Jahre grossartigen Vodka hergestellt. Aber es gab keine Marke dazu. Dann haben wir es Chopin Vodka genannt. Unsere Mitbewerber sagen, Vodka schmeckt am besten eisgekühlt und gemixt in einem Cocktail. Unser Ansatz hingegen ist, ein top Qualitätsprodukt zu erzeugen, dass so destilliert wird, dass Aromen und Geschmacksnoten des ursprünglichen Rohstoffs erhalten bleiben.“ Dieser Ansatz lässt sich mit der Produktpalette von Chopin genussvoll erkunden.
Die drei Grundqualitäten basieren jeweils auf einem einzelnen Rohstoff. Zunächst wäre da die Kartoffel, darüber hinaus gibt es die Varianten zum einen mit Roggen, zum anderen mit Weizen. Der vielfach prämierte Kartoffel-Vodka weist eine Charakteristik von Apfel, Vollmundigkeit und Erdigkeit auf. Die Roggen-Variante vermittelt eine subtile und spannende Pfeffernote, gepaart mit einer Roggenbrot-Nuance und einem knackigen Abgang. Und eine milde florale Leichtigkeit und eine Prise Karamell-Süsse erleben wir im Chopin Weizen-Vodka.
Dazu gesellen sich weitere Sonder- und Jahrgangseditionen und neue Verfahren. Besonders aufregend mundet die Chopin Family Reserve, bei der besonders früh geerntete junge Kartoffeln aus dem Jahrgang 2016 zum Einsatz kamen. Dieses besondere Jungkartoffel-Destillat reifte dann für zwei Jahre in 50 Jahre alten Fässern aus polnischer Eiche. Das Ergebnis stimuliert die Nase mit dezenten Würznoten und einem Hauch Moschus. Auf der Zunge entfaltet sich eine erdige Süsse, begleitet von Nuancen von Nelke und Süssholz. Der Schluck mündet in einen mittellangen, wärmenden Abgang.
Ein spannendes Produkt, speziell entwickelt für den Einsatz in Cocktail Bars, ist der Chopin Bartender’s Choice. Destilliert auf Roggenbasis und abgefüllt mit stolzen 59,8 % Alkoholvolumen bietet er all das, was für einen charaktervollen Vodka-Cocktail nötig ist.
Familie, Heimat, Geschmack
Aromatisierte Vodkas wird es bei Chopin nicht geben, stellt Tadeusz Dorda entschlossen klar: „Wir machen keine aromatisierten Vodkas. Ich bin der Meinung, künstliche Aromen haben in einem guten Vodka nichts zu suchen. Wir bevorzugen es, unsere Vodkas pur zu belassen und die Rohstoffe für sich sprechen zu lassen.“ Das Herzstück bleibt die Kartoffel, die übrigens ungeschält verarbeitet wird, um die Aromen der Schale mit in das Destillat zu geben. Vom Feld in die Flasche. Selten wird dieses Konzept so konsequent umgesetzt. Schon gar nicht bei Vodka. Für die Marke Chopin und die Dorda-Familie ist es gelebter Alltag. So beschreibt es der Export-Manager, Piotr Dorda: „Für uns, als kleines, familiengeführtes Unternehmen bedeutet der berufliche Alltag, dass wir eine enge Verbindung mit all unseren Partnern haben. Insbesondere den Landwirten. Mit vielen von Ihnen arbeiten wir seit Generationen zusammen. Wir wissen ganz genau, was in jede Einzelne
unserer Flaschen kommt.“
Und der Gründer und CEO, Tadeusz Dorda, ergänzt: „Ich möchte die Geschichte von Vodka etwas anders erzählen. Die Menschen sollen nicht länger sagen: Vodka ist gleich Vodka. Wir bleiben traditionell und tun eben das, was wir tun. Auf eine gute Art und Weise. Basierend auf den Werten unserer Familie.“