Rum 2.0 – The next Generation

Die weite Welt des Rums


Ja, die Welt des Rums ist weit. Und die Kategorie groß. Daher ist es schier unmöglich, Rum an sich über einen Kamm zu scheren. Zu vielfältig sind die Stile und Sorten. Und regelmäßig wird die beliebte Spirituose als der nächste Trend angekündigt. Was sich festhalten lässt: Es tut sich etwas beim Rum. Immer. Und seit Kurzem sehr Zeitgemäßes.

 

In der Breite wird Rum noch immer vornehmlich durch seine Entstehungsgeschichte verkauft, die eine Mischung aus Entdeckergeist, Sklavenhaltung, Kolonialismus, Royal Navy, Matrosen, Piraten, lateinamerikanischen Rhythmen, Tiki-Cocktails und Karibikurlaub ist. Die Essenz all dieser Assoziationen schafft ein Bild vom Rum, das sich darin äußert, dass er der verheißungsvolle Exot unter den hochprozentigen Spirituosen ist – anders als etwa der elegante Cognac, der distinguierte Whisky oder der coole Gin. Aber dieses Bild wandelt sich in den letzten Jahren. Der Zuckerrohrschnaps verabschiedet sich allmählich von seinem rauf- und abenteuerlustigen Salsa-Image. Rum wird weiblicher, nachhaltiger, jünger, moderner. Dafür gibt es hie und da Anhaltspunkte, die sich verdichten.

 

Frauen am Ruder

Ein Indiz für den Wandel ist Trudiann Branker. Sie trat im April 2019 ihren Dienst als Master Blenderin bei Mount Gay an und ist damit in der über 300-jährigen Geschichte der Brennerei die erste Frau in dieser Position. Besser noch: Sie die erste weibliche Masterblenderin von ganz Barbados. Mit ihr hat die älteste Rumdestillerie der Welt ein neues Kapitel aufgeschlagen. Zunächst widmete sich die auf Barbados aufgewachsene Branker dem Heiligen Gral: dem Kern-Blend von Mount Gay. Sie entwickelte ihn behutsam weiter, verfeinerte ihn, ohne seine klassische Aromen-DNA zu verändern. Dann folgte 2020 der große Streich: Die neue Core-Range erlebte einen Relaunch. Im Fokus standen dabei die klassischen Abfüllungen „Black Barrel“ und „XO“. Bei beiden Qualitäten wurde das Alter der verarbeiteten Rums erhöht – beim Black Barrel sind sie nun drei bis sieben, beim XO fünf bis 17 Jahre alt. Zudem wurde beim Black Barrel die Dauer des Finishings erhöht, während der XO sein komplexes Aroma künftig aus Fässern von Cognac, Bourbon und American Whiskey zieht. Zusammen mit dem „1703“, der aus bis zu 30-jährigen Destillaten besteht, verkörpern die drei Rums das Erbe von Mount Gay. Mit ihnen schreibt Trudiann Branker die Geschichte der Brennerei fort – sie ist offen für Neues, steht für Kreativität.

 

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