Europas Nordosten

Kalt, klar, kontinental: Das nordische Wasser des Lebens


Dänische „Hyggeligkeit“, finnische Melancholie, polnische Gastfreundlichkeit, russische Seele – es ist nicht einfach, einen gemeinsamen Nenner für die Länder im Nordosten Europas zu finden. Und dennoch eint sie eine Sache: ihre Vorliebe für klare Spirituosen. Sei es als Wodka oder Aquavit – der Klare zieht sich wie ein roter Faden durch die (Trink)Kulturen dieser Länder.

 

Man mag meinen, der Hang zur Schwermut sei ebenfalls eine Gemeinsamkeit unter Nordosteuropäern, bedingt durch die vielen dunklen Stunden im kalten Winter und beflügelt durch melancholische Kaurismäki-Filme – jedoch dem ist nicht so. Zumindest die Skandinavier gehören zu den glücklichsten Menschen der Welt. Im aktuellen „Happiness Report“ 2017 belegt Norwegen Platz eins, gefolgt von Dänemark an Nummer zwei und Finnland an fünfter Stelle. Auch Schweden ist unter den Top 10. Insgesamt 155 Länder wurden im Auftrag der Vereinten Nationen auf ihre Zufriedenheitswerte geprüft – ausschlaggebend waren Kriterien wie soziale Fürsorge, Gesundheit, Freiheit, Einkommen. Im Jahr zuvor war Dänemark auf Platz eins.

 

Ein weiteres Merkmal dafür, dass der Norden keineswegs unter Depressionen leidet, zeigt die Tatsache, dass das dänische Wort „hyggelig“ – was so viel wie gemütlich, geborgen oder auch nett, angenehm bedeutet – bei uns Mitteleuropäern so positiv besetzt ist, dass es sogar einen Zeitschriften-Titel ziert: Gruner & Jahr brachte im Sommer 2017 ein 
Magazin namens HYGGE heraus, welches für das einfache Glück steht und sich an Frauen zwischen 25 und 55 Jahren richtet. Tja, da bleibt für die Männer wohl nur der Schnaps…

 

Und auch damit kennen sich die Dänen bestens aus: Bereits um 1400 brannten die Bauern hier Alkohol aus Getreide. Später setzten Apotheker dem Rohbrand verschiedene Gewürze und Kräuterextrakte bei, um den scharfen Geschmack zu überdecken. Den endgültigen Durchbruch erlangte der Brand allerdings erst durch Isidor Henius im Jahr 1846. Der gebürtige Preuße ließ sich in der Hafenstadt Aalborg nieder und verwendete als erster Brenner überhaupt in Dänemark ein Kolonnengerät – dadurch produzierte er einen so reinen Akvavit, wie ihn die Dänen noch nicht gesehen hatten. Seine Abfüllung „Aalborg Taffel Akvavit“ wurde schnell zum Erfolg und legte den Grundstein für die heute weit verbreitete Aquavit-Kultur. 1946 wurde anlässlich des 100. Jubiläums von Aalborg Taffel Akvavit der goldene Jubiläums Akvavit kreiert – und gilt seitdem als dänisches Nationalgetränk. Hergestellt wird er aus Weizen, hinzu kommen Aromen von Dill, Koriander und Sternanis.

 

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