Wilder Wacholder

Die Gin-Welt dreht schnell und schneller


Dreht die Gin-Welt durch? Manche sind dieser Meinung. Keine Woche vergeht, dass nicht ein neues spannendes Gin-Produkt in den Regalen steht. Große Marken investieren in neue Anlagen und Destillerien und kleine Anbieter überraschen mit pfiffigen neuen Konzepten, Rezepturen und Geschichten. Werfen wir einen Blick auf das revolutionäre Gin-Geschehen gestern und heute.

 

Den Begriff „Gin Craze“ dürfen wir für den anhaltenden Boom nicht verwenden, denn er ist bereits besetzt. Ab den 1720er-Jahren erscheint der Begriff „Gin Craze“, insbesondere in London, wo damals Zeitpunkt um die 90 Prozent der englischen Spirituosen hergestellt wurden. Gin war meist billig und oft auch schlecht. Doch billig war der Fusel und entwickelte sich zum Alltagsgetränk der einfachen Leute. Die berühmten Bilder des Malers William Hogarth von 1751 zeigen die „Beer Street“ in der es allen gut geht. Die Menschen sind gesund und drücken Wohlstand und Zufriedenheit aus. Das Parallelbild „Gin Lane“ zeigt den identischen Straßenzug, aber hier verwahrlosen die Menschen in ihrem Rausch und wirken krank. Eine betrunkene Mutter lässt achtlos ihr Baby fallen und „Mother’s ruin“ – Mutters Elend - wurde fortan ein Beiname des Gins.

 

Von Bienen und Botanicals

Vorausgesehen hatte dies der Gesellschaftsphilosoph Bernard Mandeville. Im Jahre 1714 erschien sein Werk „Die Bienenfabel oder Private Laster, öffentliche Vorteile“, basierend auf einem satirischen Gedicht von 1705. Er vergleicht die Gesellschaft mit einem Bienenstock und skizziert die Vorteilsnahme des Einzelnen durch unmoralisches Verhalten. Was das Werk aber außerdem beinhaltet, ist die erstmalige überlieferte gedruckte Verwendung des Begriffs „Gin“. Ungefähr zur gleichen Zeit spricht man gerne von „Lady Geneva“ und dann erscheint der Begriff „Gin“ auch im Oxford Wörterbuch.

 

Zeitenwende(n)

Heute stoßen wir glücklicherweise auf die Freuden des Gins an. Von neuen Gesetzen und Besteuerungen des 18. Jahrhunderts über das viktorianische Zeitalter bis zu Regulierungen unserer Tage, hat sich Gin dann zu einem zuverlässigen Genussmittel für Martini Cocktails und Gin & Tonics entwickelt. Heute erleben wir demnach eine anhaltende und stabile Marktentwicklung. Anspruchsvolle Bars dürfen auf ein abwechslungsreiches Sortiment an Gins und Tonic Waters nicht verzichten und insbesondere für den Hausgebrauch eignet sich Gin & Tonic ideal. Gute Eiswürfel sind an der Tankstelle erhältlich. Dazu schöne Gläser, eine Auswahl an Tonics und ein paar Gins, die selten oder neu sind und mit denen sich die Wohnzimmer-Runde beeindrucken lässt. Rasch wird der Laie zum Fachmann. Deutlich schneller, als sich eine Expertise bei Whisky, Rum oder Cognac erreichen ließe.

 

Sie möchten mehr erfahren? Dann bestellen Sie doch einfach das aktuelle Heft!

Hier gehts zur Schweizer Ausgabe des DRINKS-Magazins.

Hier gehts zur Österreichischen Ausgabe des DRINKS-Magazins.

zurück zur Eventübersicht

Weitere News