Die FLUX Bar, Zürich

Langstrasse Zürich – das Flux hat eröffnet

Die Flux Bar ist eines der neuesten Mitglieder der an Mitgliedern reichen Gastrofamilie an der Langstrasse, der lebendigsten Strasse der Schweiz. Die Räumlichkeiten, in denen sich die Flux Bar befindet, beherbergen jedoch schon seit geraumer Zeit durstige Gäste – zuvor war an dieser Adresse nämlich die Kern Bar zuhause. Nun schwingen hier Alain Messerli und Lee McCornell das Zepter, respektive den Shaker. 

 

Eröffnet wurde die Flux Bar am 31. Oktober des vergangenen Jahres, und wie es sich für zwei Sympathieträger dieses Gastgeberformats gehört, wurde sie bereits am allerersten Tag überrannt. Das liegt jedoch nicht nur an den neuen Betreibern, sondern auch am innovativen Konzept, mit dem die Bar ausgestattet ist.

 

Es sind schwierige Zeiten für die Nachtgastronomie – nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit. Junge Menschen gehen heute nicht mehr im gleichen Mass wie früher in Clubs und Bars. Und wenn doch, trinken sie weniger. Messerli bezeichnet die Eröffnung der Flux Bar deshalb als «antizyklisches Vorhaben». Kopflos war dieses Vorhaben aber keineswegs. Nicht blinder Mut soll zum Erfolg des Flux-Projekts führen, sondern eine klare Idee davon, wofür diese Bar stehen soll. Diese Idee wird mit Nachdruck, Hingabe und viel Leidenschaft umgesetzt.

 

Die Flux Bar ist eine Cocktailbar. Und zwar eine, in der Messerli mit eigens kreierten Infusionen und einem Höchstmass an Kreativität arbeitet. Gleichzeitig bleibt sie angenehm unprätentiös: Bier gibt es hier bereits für fünf Franken, und wer einfach nur einen Longdrink bestellt, erntet keinen abschätzigen Blick von der anderen Seite des Tresens. Die Flux Bar steht für Langstrasse-Entspanntheit in ihrer sympathischsten Form. Sie macht verwöhnte Cocktail-Liebhaber genauso glücklich wie die Clubberin, die vor dem Gang in den Club noch etwas mit dem einen oder anderen Drink «vorglühen» möchte. Diese Atmosphäre trägt nicht nur das offene, kommunikative Team, sondern auch die Einrichtung. Sie entspricht voll und ganz dem langstrassentypischen und allseits geschätzten DIY-Look.

 

Das Ambiente 

Alain Messerli: «Wir wollen ein Ort der Diversität sein. Einer, an dem unterschiedliche Generationen, Szenen und Genres Raum finden, sich begegnen und austauschen.» Dafür braucht es selbstverständlich ein Ambiente, das niemanden ausschliesst und willkommenheissende Gemütlichkeit ausstrahlt. Genau das bietet die Flux Bar. Mit ihren warmen, dunklen Farben, dem verhältnismässig kleinen Tresen, dem DJ-Pult in der Ecke und den verstreuten Sitzgelegenheiten widerspricht sie dem Geist der Langstrasse nicht, sondern macht ihn sich zueigen. Alles wirkt ein wenig zusammengewürfelt und gleichzeitig Teil eines klaren visuellen Konzepts. Hier herrscht ein authentischer, positiver Vibe, den man sofort spürt, wenn man das Lokal betritt. Dass der Tresen nicht viel Raum einnimmt, ist übrigens Absicht: So bleibt mehr Platz zum Tanzen und getanzt wird in der Flux Bar oft und leidenschaftlich.

 

Die Raumaufteilung

Die Flux Bar ist ein einziger Raum, in dem alles stattfindet. Und es ist ein übersichtlicher Raum – beim Betreten hat man sofort alles im Blick. Rechts befindet sich der Tresen, der den Raum dominiert. Die Sitzgelegenheiten sind schön verteilt, und das obligate DJ-Pult versteckt sich in der hinteren Ecke. Alles hier ist auf Begegnungen ausgerichtet. Die Flux Bar will nicht mit eindrucksvollen Einrichtungsgegenständen oder Dekoration vom Zusammensein ablenken, sondern dieses gerade durch eine zurückhaltende Einrichtung fördern. Auch der offene und überschaubare Raum lädt die Anwesenden dazu ein, miteinander zu interagieren.

 

Lage

Die Flux Bar befindet sich zwar nicht direkt an der Langstrasse, aber nur einen Steinwurf von ihrem belebtesten Abschnitt entfernt, in einer Seitengasse. In dieser Gasse trifft das Milieu auf die Szene – und genau dieses Aufeinandertreffen macht die Langstrasse bis heute aus. An den Wochenenden braucht es wahrscheinlich Nerven wie Drahtseile, um hier eine Bar zu betreiben: Vor allem dann trifft sich die halbe Partyschweiz zum feuchtfröhlichen Stelldichein. Die Flux Bar und ihre Macher dürften damit keine Probleme haben – diese Bar bringt das Geschehen an ihrer Lage genau auf den Punkt. Es verwundert daher nicht, dass Alain Messerli sagt, hier sei von Beginn weg alles «im Flow» gewesen.

 

Team

Gemäss Messerli war es ihm bei der Zusammenstellung des Teams wichtig, gezielt Leute auszuwählen, die möglichst viel Bar-Erfahrung mitbringen. Gleichzeitig sollten sie den authentischen und freundlichen Vibe der Flux Bar widerspiegeln und nach aussen tragen. Das ist ihm von Beginn weg gelungen: Die Flux Bar versprüht das Wohlfühl-Flair des Wohnzimmers eines guten Freundes oder einer guten Freundin. Und das ist nicht nur der gemütlichen Einrichtung zu verdanken, sondern auch den Menschen, die hier arbeiten. Dennoch ist hier nicht nur Herzlichkeit gefragt, sondern auch Professionalität – schliesslich steht die Flux Bar ebenso für eine gehobene und innovative Cocktailkultur.

 

Musik

Die Flux Bar versteht sich als Ort des kulturellen Austauschs und des Kunstschaffens. Das prägt auch ihr musikalisches Programm, das den unterschiedlichsten Genres Raum zur Entfaltung bietet. Kuratorin Nadja von Ah nimmt diesen Anspruch sehr ernst: In der Flux Bar waren bereits internationale Hip-Hop-Acts (in Kooperation mit dem Zürcher Urgestein Sterneis), Indierock sowie Live-Konzerte mit psychedelischer Gitarre zu hören. Daneben wurden hier auch Sets von Minimal-, Italo-Disco- und Electro-DJs gespielt – ebenso wie Postpunk und Reggaeton. Die Flux Bar tut damit genau das, wovor viele andere Lokale zurückschrecken: Sie ehrt die Vielfalt und lebt den Grundsatz, dass gute Musik gute Musik ist – unabhängig davon, aus welcher Ecke sie stammt.

 

Akustik 

Alain Messerli sagt: «Wir sind stolz darauf, dass wir unseren DJs bei ihrem ersten Auftritt in der Flux Bar ein glückseliges Lächeln entlocken können.» Gemeint ist damit der hohe Standard des Soundsystems, das hier installiert wurde. Gleich sechs Void-Boxen sorgen für einen «crispen», klaren Sound und machen die Flux-Abende regelmässig zu kleinen Partys. Davon profitieren auch die vielen Newcomerinnen und Newcomer, die hier erstmals Hand ans Equipment legen dürfen: Sie können ihr Können an einer professionellen Anlage testen. Und es ist nicht übertrieben zu sagen, dass das System in dieser Bar durchaus clubtauglich ist.

 

Publikumsmix

Ebenso vielfältig wie die Musik in der Flux Bar ist auch deren Publikum. Wobei mit «Vielfalt» ein Querschnitt durch all die Menschen gemeint ist, die der Langstrasse und ihren Bars und Clubs immer wieder mal gerne einen Besuch abstatten. Auch was das Alter der Gäste anbelangt, sind hier alle noch aktiven Generationen vertreten und finden in der Flux Bar für anregende Gespräche oder zum Tanzen zusammen. Hier treffen sich Menschen mit einem gewissen kulturellen Anspruch und Freude an Experimenten. Und beides wird hier erfüllt, sei es nun via das musikalische Programm, aber auch mittels des Bar-Angebotes, das Gewohntes, aber auch viel Überraschendes bietet. 

 

Barkarte

Der Tages-Anzeiger bezeichnete Alain Messerli letztes Jahr in seinem Bar-Porträt als «Alchemist». Messerli selbst erklärt: «Die Basis unserer Signature Botanical Cocktails und Mocktails sind botanische Essenzen, Tinkturen und Elixiere, die wir direkt in der Bar in unserem hauseigenen Ultraschallbad herstellen. Dabei werden Veränderungsprozesse ausgelöst – im Gaumen, im Mundgefühl und darüber hinaus. Die Tinktur-Rezepte sind fliessend: Safran/Honig, Kaffee/Vanille, Basilikum/Ingwer, Matcha/Lemongrass, Szechuanpfeffer/Rosenblätter, Kakao/Safran und vieles mehr. Jede Essenz steht für sich als einzigartiges, neu zu entdeckendes Geschmackserlebnis. Eine kribbelnde Zunge bis hin zu einem leicht betäubten Mund sind bei einigen Drinks gängige Nebeneffekte. Jede dieser Basen wird anschliessend in drei bis vier unterschiedliche Cocktails und Mocktails verwandelt. Fluxpresso Negroni, Basil Flux, Electric Blossom oder Safran Margarita sind nur einige unserer vielen Signature Drinks auf der Karte.»

 

Fazit 

In der Flux Bar treffen ein einladendes Ambiente, warmes Licht und eine durchdachte, funktionale Raumaufteilung auf ein Konzept, das die Vielfalt zelebriert – von Hip-Hop über Indie und psychedelische Live-Konzerte bis hin zu elektronischen Sets von Minimal über Italo-Disco bis Reggaeton. Die Akustik würde sogar einem Club gut zu Gesicht stehen, das Team ist professionell und herzlich und die Lage in einer Seitengasse nahe der Langstrasse geradezu ideal. Das Publikum spiegelt die bunte Mischung dieser Gegend wider; ein «typischer Gast» existiert hier nicht. Kurz: Die Flux Bar ist ein lebendiger Ort urbaner Nachtkultur, der sich immer wieder neu erfindet, ohne seinen Charakter zu verlieren. Wer hier vorbeischaut, versteht schnell, warum die Bar bereits vom ersten Tag an begeistert – und warum man immer wieder gerne zurückkehrt. Es sind schwierige Zeiten für das Nachtleben, aber die Flux Bar beweist mit viel Hingabe und Kreativität, dass man sich auch in diesem Umfeld bestens behaupten kann.

www.flux-bar.ch


Adresse

Flux: More Than A Bar. Temple Of Fluxism.
Hohlstrasse 48
8004 Zürich  

 

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