Luca James Moore, One Trick Pony, Freiburg im Breisgau
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Unser Barstaff Porträt rückt Barkeeperinnen und Barkeeper aus unseren Lieblingsbars in den Fokus. Dieses Mal Luca James Moore, der seit Kurzem als neuer Bar-Manager im One Trick Pony in Freiburg im Breisgau agiert. Wir trafen ihn zum Gespräch über die Findung des eigenen Stils, die Kooperation und Wertschätzung in der Branche und Vorbilder mit Leidenschaft und Anspruch. Von Patrick Tilke.
DRINKS: Wie bist du an die Bar gekommen?
Luca James Moore (LJM): Geboren und aufgewachsen bin ich in Aalen auf der Ostalb. Dort bin ich zur Schule gegangen, habe ein Freiwilliges Soziales Jahr und meine ersten Schritte in der Gastronomie gemacht. Als ich 2016 nach Freiburg gezogen bin, um zu studieren, habe ich weiterhin nebenher in der Gastronomie gearbeitet und mich letztlich nach meinem Abschluss dafür entschieden, Vollzeit in ebendiese einzusteigen. Eine Begeisterung für das Zubereiten von Drinks und für die Rolle als Gastgeber habe ich in allen Stationen, die ich bis dahin durchlaufen habe, stetig beibehalten und weiterentwickelt. Der Weg in eine spezialisierte Cocktailbar lag daher nahe.
DRINKS: Deine aktuelle Arbeit?
LJM: Der Weg hat mich in eine wunderschöne Kellerbar mitten in Freiburg geführt: Im One Trick Pony liegt der Fokus auf kreativen Eigenkreationen, einem umfassenden Angebot an klassischen und modernen Drinks und einer zugänglichen und entspannten Baratmosphäre. Dort durfte ich unglaublich viel lernen und erkunden, wodurch ich zu meinem eigenen Stil hinter der Bar – aber auch davor im Umgang mit Gästen – gefunden habe. Nachdem ich das Glück hatte, für mehrere Monate nach Berlin gehen zu können, um dort allerhand dazulernen zu dürfen, habe ich im September 2025 die Position als Bar-Manager im One Trick Pony übernommen.
DRINKS: Deine persönliche Bar- und Lebensphilosophie?
LJM: In der Bar wie im Leben ist es, so glaube ich, wichtig, stetig wachsen und lernen zu wollen. Dazu gehört für mich, immer offen für Neues und Unbekanntes zu sein und diesem immer möglichst wertungsfrei zu begegnen. Die Gastronomie ist eine Branche, die von Kooperation und gegenseitiger Wertschätzung profitiert – und für mich ist und bleibt es ein Privileg, Teil von dieser sein zu dürfen. In diesem Sinne versuche ich immer mein Möglichstes, um Austausch und Wachstum in meinem direkten Umfeld zu fördern und zu unterstützen, wo ich nur kann.
DRINKS: Deine Vorbilder und wenn ja, weshalb?
LJM: Eine tolle Frage – die Antwort könnte tendenziell in einer sehr langen Liste ausarten. In jeder meiner Stationen in der Gastronomie habe ich viel und vor allem Verschiedenes gelernt. Menschlich, technisch und fachlich ebenso. In der Freiburger Gastro-Szene allein gibt es einige inspirierende Personen, die unglaublich wichtige Werte vertreten. Generell würde ich aber sagen, dass ich mir gerne Menschen zum Vorbild nehme, die eine gewisse Leidenschaft für und einen hohen Anspruch an ihre Arbeit in der Bar haben. Solchen Menschen bin ich zum Glück schon an den unterschiedlichsten und manchmal unerwarteten Orten begegnet und habe dabei immer etwas gelernt.
DRINKS: Was bereichert dein Barleben im Besonderen?
LJM: Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, zu Gast bei diesen sein zu dürfen, die schönen Seiten dieses Berufs mit tollen und inspirierenden Menschen teilen zu dürfen.
DRINKS: Deine persönlichen Spirits und Drinks? Welche und weshalb?
LJM: Agavenspirituosen finde ich persönlich am spannendsten, weil sie so abwechslungsreich und charakterstark sind und weil Handwerk und Traditionen in ihrer Herstellung eine enorm große Rolle spielen. In Bezug auf Drinks probiere ich mich gerne durch. Vor allem, wenn ich eher ungewöhnliche Zutaten auf der Karte entdecke, schlage ich meistens direkt zu, weil mich die Umsetzung der Zutat im Drink dann einfach brennend interessiert.
DRINKS: Deine Meinung zu Wettbewerben und wie gewinnt man einen Wettbewerb?
LJM: Für das Gewinnen von Wettbewerben bin ich wahrscheinlich die falsche Ansprechperson, aber ich hatte bisher ganz viel Spaß bei der Teilnahme an ebendiesen. Wettbewerbe sind meiner Meinung nach eine tolle Möglichkeit, um sich selbst auszuprobieren und zu präsentieren. Jede Person geht anders an das Entwerfen von Drinks heran, und genau diese Unterschiede machen unsere Branche so spannend. Wenn man für das brennt, was man tut, und sich selbst nicht zu wichtig nimmt, macht man bei Wettbewerben im Normalfall eine gute Figur, glaube ich. Da muss man sich auch nicht allzu viel Stress um das eigene Abschneiden machen, sondern kann die Teilnahme viel mehr genießen.
DRINKS: Dein Ausgleich zur Bar?
LJM: In meiner Freizeit bin ich gerne in der Natur – die ist in Freiburg zum Glück nie weit weg –, koche und esse gerne gutes Essen, reise und erkunde die unterschiedlichsten Orte, wann immer ich die Möglichkeit dazu habe. Selbstverständlich bin ich dabei immer auch gerne Gast in anderen Gastronomien. Regelmäßige Hobbys wie der Besuch eines Eishockeyspiels oder Konzertbesuche helfen mir aber immer dabei, bewusste Pausen von dem manchmal hektischen und kräftezehrenden Alltag in der Bar zu schaffen.
DRINKS: Luca, herzlichen Dank für das Gespräch!
INFOS
Name und Ort derzeitige Bar
One Trick Pony, Freiburg im Breisgau
Ausbildungstationen
2016-2021 Bachelor-Studium an der Uni Freiburg (B.A.)
Berufliche Stationen
2015-2016 Café Wunderlich, Aalen
2017-2018 Bar am Funkeneck, Freiburg
2021- heute One Trick Pony, Freiburg im Breisgau
02-03/2024 Chicago Williams BBQ, Berlin
10/2024 Casa Don Papa, Berlin
Wettbewerbe & Erfolge
01/2024 Finale, Black Forest Bar Cup, Offenburg
05/2025 Finale, DRINKS OPEN 2025, Konstanz
Rumble in the Jungle
Zutaten
3 cl Planteray Pineapple Rum
2 cl Campari
1 cl Milkwashed Lapsang Arrack (selbstgemacht)
3 cl frischer Limettensaft
2 cl Giffard Ananas Sirup
Glas: Modernes Tiki-Glas (zum Beispiel Onis The Glitch)
Garnitur: Gedörrte Ananas und Cocktailkirsche
Zubereitung: Alle Zutaten kurz auf Eiswürfeln und einer kleinen Menge Crushed Ice schütteln und ohne Fine Strain auf Crushed Ice servieren.