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Die Historie des Absinths ist noch gar nicht so alt, aber das Getränk begleiten unzälige Mythen und Geschichten. Bernhard Schäfer über eine Spirituose, die in einer romantischen Umschreibung auch „La Fée Verte“ oder „Die grüne Fee“ genannt wird.

Absinth ist ein stark alkoholischer Aperitif, der aus Alkohol und destillierten Kräutern oder deren Essenzen hergestellt wird. Der Hauptinhaltsstoff ist dabei das Wermutkraut (Artemisia Absintheium), dessen Inhaltsstoff Thujon für die besondere Wirkung sorgen soll. Aber nicht nur Wermut wird benötigt, ebenso finden sich Fenchel, Melisse, Beifuß und Ysop. Ein wenig kann man sich das auch wie Gin ohne Wacholderbeeren vorstellen, denn aus Sicht des Brenners sind beide aromatisierter Alkohol. Viele Absinth- Versionen haben eine tiefgrüne Farbe, die in der Regel vom Pflanzenfarbstoff Chlorophyll herrührt; dies ist zugleich auch der Grund, warum Absinth so „stark“ ist. Erst ab rund 65% Vol. ist und bleibt dieser Farbstoff stabil. Bereits seit der Antike wird Wermut zu Heilzwecken verwendet. Neben eher zweifelhaften Wirkungen wie die Linderung bei Kopfschmerzen, Gelbsucht, Entzündungen oder gegen Schwangerschaft sowie zur Abwehr gegen Dämonen und Hexerei wurde und wird dem Wermut unterstützende Wirkung bei Appetitlosigkeit und auf die Verdauung zugeschrieben. Dies ist vor allem auf die enthaltenen Bitterstoffe zurückzuführen – und davon hat Wermut viel. Aber Wermut enthält eben auch Thujon, allerdings ist die zugelassene Obergrenze im Absinth (35 mg/ kg in Bitter-Spirituosen) unbedenklich. Dieser Wirkstoff war es offiziell auch, dem der Absinth sein Herstellungsverbot zu verdanken hatte.
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