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| Chantré auf dem Weg zu neuen Ufern aus Ausgabe Drinks 2008 - 3 Zwei Weltanschauungen prallen aufeinander, wenn im deutschsprachigen Raum die Rede von Weinbrand ist. Die einen schwören auf Cognac, die französischen Edeldestillate, die Mehrheit jedoch bevorzugt ausgereifte Weinbrände aus deutschen Landen. Die Folge: Im hiesigen Markt beherrschen die Weinbrände das hochprozentige Geschehen. Einer der Begründer des Erfolgs für ein breites Publikum ist die Marke Chantré. Die Geschichte der Weinbrände ist fast so alt wie der Wein selbst. Schon kurz nachdem erkannt worden war, was sich aus an Rebstöcken gut gereiften Trauben alles zaubern lässt, gab es die ersten Destillatsversuche erfinderischer Menschen. Die ersten Anfänge der echten Weinbrennerei lassen sich heute aber nicht mehr eindeutig feststellen. Erste schriftliche Erwähnungen von Weindestillationsverfahren finden sich zumindest aus dem 12. Jahrhundert von einem Arzt namens Salernuns. Er lüftete das Geheimnis der Destillation, es war die "Geburtsstunde" der Spirituosen. Der Regensburger Bischof Albertus Magnus (1193–1290) erfand schließlich die Brennblase, in der sich nach Erhitzung des Weines die alkoholischen Dämpfe sammeln. Eine Schrift aus 1321 in Heidelberg berichtet erstmals von „gebrennet win“ im Germanenreich. Bekannt ist auch, dass in Frankreich destillierter Wein im 14. Jahrhundert für rein medizinische Zwecke genutzt wurde. Das „Eau-de-vie“ (Lebenswasser) wurde in Europa nach und nach als anregendes Getränk geschätzt. Einen richtigen ersten „Boom“ erlebte französischer Cognac ab dem 17. Jahrhundert. Holzfasslagerung, die aufstrebende Seefahrt und wachsende Handelsbeziehungen waren es, die dem Cognac aus der gleichnamigen Region als gebranntem Wein zum Ruhm verhalfen. Deutscher Weinbrand startete seine Erfolgslaufbahn 1907, als ein gewisser Hugo Asbach den Begriff Weinbrand prägte und seine „Uralt“-Marke beim Mainzer Amtsgericht anmeldete. Bis dato nannten viele deutsche Brennereien ihre Weinbrände „Cognac“. Doch mit Unterzeichnung des berühmten "Versailler Vertrags" nach dem 1. Weltkrieg wurde 1919 deutschen Brennereien untersagt, ihre Produkte „Cognac“ zu nennen. Die Folge: „Weinbrand“ wurde als Gattungsbezeichnung anerkannt und bald darauf in Deutschland gesetzlich festgeschrieben. Sie dient seitdem als Bezeichnung für Branntwein aus Trauben. Deutscher Weinbrand ist damit seit mehr als 100 Jahren ein echtes deutsches Traditionsprodukt. Im Laufe der Zeit wurde viel ausprobiert, die Techniken ausgereifter, ständig verfeinert und folglich auch die Destillate immer vollendeter. Das „Vermählen“ verschiedener Brände aus Wein unterschiedlicher Lagen und Jahrgänge sowie die Lagerung in Holzfässern gilt heute als sprichwörtlich perfektioniert. Zu den "jüngeren" Marken zählt die erst 1953 eingeführte Marke Chantré. Sie war die erste Weinbrandmarke, die nach dem 2. Weltkrieg erstmals einem breiten Publikum näher gebracht wurde. Entwickelt wurde sie im Jahr 1953 von Ludwig Eckes und seinem Nieder-Olmer Chefdestillateur Fritz Vogelsberger. Sie schufen einen Weinbrand, der auf Anhieb die Massen begeisterte und für eine Revolution auf dem deutschen Spirituosenmarkt sorgte. Chantré schmeckte weich und rund. Mit einem Verkaufspreis von unter zehn Mark war er zudem schon damals für viele erschwinglich. Im Startjahr 1953 wurden bereits rund 200.000 Flaschen Chantré abgefüllt. Eine deutsche Erfolgsgeschichte nahm ihren Anfang, begleitete das deutsche Wirtschaftswunder und die Wendezeiten. In Zeiten, in denen „man sich wieder etwas gönnte“ und Weinbrand ein beliebtes, aber auch elitäres Getränk war, setzte Chantré Zeichen. Benannt nach dem Mädchennamen der Ehefrau von Ludwig Eckes – Marianne Chantré – wurde der Weinbrand schnell zum Sinnbild für die Aufbruchsstimmung im Land und für stand von Anfang an für eine neu gewonnene Lebensfreude. Bereits 1955 wurde in Nieder-Olm bei Mainz die modernste Brennerei Europas eingerichtet, um so die steigende Nachfrage zu bewältigen. 1957 war Chantré Marktführer im deutschen Weinbrandmarkt. Knapp 19 Millionen Flaschen Chantré wurden damals nach nur vier Jahren bereits produziert und verkauft. Nach der Wiedervereinigung war er 1991 Weinbrand-Marktführer und die führende Spirituosenmarke in Gesamtdeutschland. Ein Höhepunkt wurde schließlich 1993 erreicht: Es wurden sage und schreibe 31 Millionen Flaschen Chantré abgefüllt. Im Jahr zuvor, 1992, erreichte der Weinbrandabsatz in Deutschland seinen Höhepunkt. Nicht weniger als 146 Millionen Flaschen (1/1 Basis) wurden damals im Handel abgesetzt. Ein Vielfaches von dem, was Cognac, Brandy und Konsorten auf sich vereinigen konnten. Leider setzte sich diese Tendenz nicht so fort: Deutscher Weinbrand hat in den letzten Jahren - in Zeiten heftiger Spirituosendiskussionen - viele Federn lassen müssen. Seine Menge sank stetig bis fast zur Hälfte der Menge aus Spitzenzeiten. Doch mit rund 77,3 Millionen Flaschen in 2006 und 12,6 Prozent Anteil ist Deutscher Weinbrand nach wie vor ein sehr bedeutsames Spirituosensegment an der Gesamtproduktion deutscher Spirituosen. Allein 71 Millionen Flaschen Weinbrand/Cognac wurden 2007 im deutschen Lebensmittelhandel abgesetzt. Totgesagte leben eben häufig länger… Wie das geht, beweist eindrucksvoll die Marke Chantré. Heute ist die Weinbrandmarke die unangefochtene zweitgrößte Spirituosenmarke Deutschlands und Marktführer im Weinbrandmarkt. Mit einem Jahresabsatz von rund 13 Millionen Flaschen konnte sie im vergangenen Jahr prozentual sogar zweistellig zulegen. Ab April 2008 wird der Marktführer sich übrigens in neuem Gewand präsentieren: Chantré nimmt die Trends und Verbraucherwünsche des 21. Jahrhunderts auf und geht selbstbewusst mit einem frischen Look in die Zukunft, präsentiert sich „pur“, „auf Eis“ oder als Mixideengeber im Espresso oder mit Orange. Auch der Internetauftritt unter www.chantre.de wurde neu gestaltet. Die Welt von Chantré zeigt sich heller, lebendiger, moderner und den weichen Klassiker in neuer Flasche. In einem Punkt aber bleibt der traditionsreiche Weinbrand sich treu: Er pflegt die Gemeinsamkeit, die Menschen miteinander verbindet. Werbung begleitete stets den Erfolg von Chantré, und hier stand immer die Qualität der Marke im Vordergrund. Zunächst als Getränk für "festliche Anlässe" beworben, ging später der Spruch "Ein weicher Weinbrand braucht keinen Anlass" sogar in die deutsche Werbegeschichte ein. Von Anfang an galt im Unternehmen „Markenpflege“ als oberste Devise. Deshalb investierte man früh und startete schon 1954 die erste nationale Werbekampagne mit dem Slogan „Marken-Weinbrand, der nicht auf der Zunge brennt“. In der 1980er Jahren folgten TV-Spots mit der bekannten Frage „Am Geschmack erkannt?“. Die Erfolgsgeschichte setzte sich fort, und Chantré wurde zum Inbegriff für weichen Weinbrand. "Mein Chantré, so mag ich ihn" könnte als neu kreierter Werbespruch jetzt sogar Trends in der Werbung setzen. Bietet doch die „Rezeptur“ einiges an Trinkvarianten, um dem immer stärkeren Trend hin zum Longdrink-/Cocktail gerecht zu werden. Erfolg sucht man bekanntlich in der Nische oder man betritt neue Ufer. Dass deutsche Weinbrand-Marken noch ein Potenzial aufweisen, zeigt die Marke Chantré mit ihrem neuen Auftritt eindrucksvoll. Mit hochwertiger Qualität, gediegener Ausstattung und nicht zuletzt mit guten Marketing- und Absatzstrategien lässt sich zumindest erreichen, dass auch in Zukunft Deutscher Weinbrand sich auf hohem Niveau bewegt, vielleicht auch international etwas bewegt. Was heute – wie der „neue Chantré“ – auf den Markt kommt, darf sich zu Recht rühmen, ein in jahrhunderte- langer Entwicklung und Tradition ausgereiftes Produkt zu sein. Ein Produkt, das Weinbrand inspirierend neu definiert und „als ein Klassiker in der „Champions League“ mitspielen kann“, so Manfred Hilpert, Geschäftsführer Marketing, Vertrieb und Logistik bei den Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien, die den Edelbrand in seiner neuen, frischen Markenwelt anbieten. Ein deutscher Weinbrand wie Chantré braucht sich nicht zu verstecken. 15 Millionen. Flaschen sollten in naher Zukunft locker machbar sein. Herbert Latz-Weber |
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